4/5 ⭐⭐⭐⭐
Lasst uns lernen, Essen nicht zu bewerten, sondern zu genießen
𝙄𝙣𝙝𝙖𝙡𝙩𝙨𝙖𝙣𝙜𝙖𝙗𝙚 𝙑𝙚𝙧𝙡𝙖𝙜:
Food Noise, What I Eat
in a Day-Videos und Selbstoptimierungskult: Mehr denn je sitzen bei uns heute
falsche Glaubensätze über Ernährung mit am Tisch, die wir von Kindesbeinen an
eingetrichtert bekommen. Essen ist für viele längst mehr als eine Notwendigkeit
oder reiner Genuss.
Dabei haben das undurchsichtige Geflecht aus irreführenden Werbebotschaften
sowie das ständige Nachdenken und Urteilen über Essen, in der Regel wenig mit
wirklichem Wohlbefinden zu tun. Essen und essen lassen ist damit sowohl eine überfällige
Wutschrift gegen die allgegenwärtige Bedeutungsüberfrachtung von Ernährung in
unserer Gesellschaft als auch wohltuendes Comfort Food in Buchform. Es ist an
der Zeit, dass wir endlich ein druck- und ideologiefreies Verhältnis zu
Ernährung finden.
𝐌𝐞𝐢𝐧𝐞 𝐈𝐧𝐡𝐚𝐥𝐭𝐬𝐚𝐧𝐚𝐠𝐚𝐛𝐞:
In folgenden acht Kapiteln nehmen sich die Autorinnen wichtigen Themen rund um Ernährung an:
· Es ist ein Problem, wie wir über Essen reden
· Was uns die Geschichte der Diät über den Kapitalismus erzählt
· Wenn Ernährung mit dem Charakter verknüpft wird
· Von Sätzen, die schon unsere Eltern prägten
· Zwischen Fürsorge und Moral: Wenn Ernährung zur Frage von guter Elternschaft wird
· Ernährungstrends und Ideologien: Und plötzlich folgen wir den Regeln und Maßstäben anderer
· Wenn Essen krank macht und Bewertung gefährlich wird
· Warum wir dieses Buch geschrieben haben – Zehn Hacks, die du sofort anwenden kannst
Erster Satz: »Warum das hier kein Ernährungsratgeber ist – und wir trotzdem über Essen schreiben!«
![]() |
| für eine lesbare Ansicht bitte aufs Bild klicken |
𝙈𝙚𝙞𝙣 𝙀𝙞𝙣𝙙𝙧𝙪𝙘𝙠:
Zweifellos eins der wichtigsten Sachbücher unserer heutigen Zeit. Auf Social Media stellen sich Hinz und Kunz als Ernährungsprofis dar und verbreiten meistens unfundiertes, schlimmstenfalls gefährliches Halbwissen. Leider haben viele Menschen heutzutage das selbst Denken eingestellt und folgen blindlings. Was das sowie viele weitere Seiten unseres Umgangs mit Ernährung zur Folge hat, zeigen die Autorinnen hier eindrucksvoll auf. Ich habe mich so oft wiedererkannt, habe die eine oder andere Situation selbst erlebt und konnte irgendwie nur ständig mit dem Kopf nicken. Super interessant auch die Kapitel, die sich mit der Geschichte der Diät befassen und wie das alles heute noch immer tief in den Köpfen der allermeisten Menschen verwurzelt ist. Aufgrund der Kapitel über das Bewerten von Essen bzw. die Verknüpfung der Ernährung mit dem Charakter halte ich es für wichtig, das Buch in Schulen als Pflichtlektüre aufzunehmen. Es ist nämlich mehr als erschreckend, welche Kommentare in Social Media permanent abgegeben werden (Stichwort: Bodyshaming, Bodypositivity,…) und dass sich offenbar keiner Gedanken macht, was diese auslösen können. Wer am sog. Food Noise leidet (also dem Zustand, dass sich die Gedanken nahezu permanent rund um die Uhr um Essen und Ernährung drehen), dem sei das Buch ans Herz gelegt. Allen anderen auch! Jeder kann hier noch was lernen, sich vielleicht an die eigene Nase packen, was (vielleicht oft auch unbewusstes) Bewerten von Essen betrifft und generell die Welt vielleicht ein bisschen freundlicher machen. Gestört hat mich das laufende Gendern (auch wenn mir klar ist, warum das gemacht wird), weil das meinen Lesefluss enorm stört (allein der Begriff Gäst*innen ist SO gruselig) sowie die vielen englischen Sätze, die oft nicht übersetzt wurden. Sonst top! 4/5 Sterne.
Vielen Dank an KÖSEL VERLAG und das BLOGGERPORTAL für das Rezensionsexemplar
Zum Buch bitte hier entlang: ESSEN UND ESSEN LASSEN / KÖSEL
Einen Blick kannst Du auch gerne mal reinwerfen: LESEPROBE
Mehr zu den beiden Autorinnen erfährst Du hier: MARLENE BORCHARDT & MARLENE BURGARD-ARP
Titel: Essen und essen lassen
Autorinnen: Marlene Borchardt & Nora Burgard-Arp
Verlag: Kösel (Verlagsgruppe Penguin Random House)
Genre: Sachbuch
Klappenbroschur, 208 Seiten
ISBN: 978-3-466-37357-4
Erscheinungsdatum: 25.02.2026
📖📚📖📚📖📚📖📚📖📚📖📚📖📚📖📚📖📚📖📖📚📖📚📖📚📖📚📖📚📖
Bitte beachtet, dass die Rechte an den Bildern und Texten dieses Blogs bei mir liegen (sofern nicht anders angegeben) und diese ohne meine vorherige Genehmigung nicht vervielfältigt werden dürfen. Die Produkte wurden mir teilweise kostenlos zur Verfügung gestellt, zum großen Teil aber auch selbst gekauft, gewonnen, geschenkt bekommen - das Zutreffende wird jeweils im Bericht erwähnt. Der jeweilige Umstand beeinflusst meine Meinung in keiner Weise. Ich agiere hier als Privatpersonen und erhalte kein Geld für meine Bloggertätigkeit.
(Werbung).


























