5/5 ⭐⭐⭐⭐⭐
Nostalgische autofiktive Zeitreise in die 20er Jahre mit originalen Postkarten! Absolut Manoli!
𝙄𝙣𝙝𝙖𝙡𝙩𝙨𝙖𝙣𝙜𝙖𝙗𝙚 𝙑𝙚𝙧𝙡𝙖𝙜:
Hamburg, 1920: Kurt,
ein waschechter „Hamburger Jung’“, ist verliebt – in Trudl. Mit charmanten
Postkarten in schwungvoller Sütterlin-Schrift umwirbt er sie und tauscht mit
ihr Liebesbekundungen, Gedanken zum Weltgeschehen aus – und auch mal
Streitigkeiten. Vor dem Hintergrund einer Zeit des Umbruchs – Nachkriegsjahre,
politische Unsicherheit, neue Lebensstile und technische Innovationen –
entfaltet sich die Geschichte ihrer Beziehung: zwischen Tanzcafé und
Kartoffelstippe, zwischen traditioneller Rolle und Trudls Wunsch nach
beruflicher Selbstständigkeit. Welche Zukunft erwartet das Paar? Und welche
Rolle spielt „Hausfreund“ Erich? Die autofiktive Ergänzung zu den originalen
Karten gibt Antworten.
𝙈𝙚𝙞𝙣𝙚 𝙄𝙣𝙝𝙖𝙡𝙩𝙨𝙖𝙣𝙜𝙖𝙗𝙚:
Kurt ist verliebt! In Trudl, die er in einem Tanzcafé kennengelernt hat. Fortan schreibt er ihr meist als Sonntagsgruß jede Woche eine Postkarte und umwirbt sie nach allen Regeln der Kunst. Trudl ist schon auch angetan von ihrem Kurtchen, auch wenn er sie doch arg in die vorgegebene Rolle der Hausfrau und Mutter zu stecken versucht, wo sie sich gar nicht sieht. Sie treffen sich öfter, hier mal ein verstecktes Küsschen, dort mal eine kleine, harmlose Berührung und jede Woche eine Postkarte. Derweil ist die spanische Grippe gerade am Abklingen, der Erste Weltkrieg noch nicht lange vorbei. Schafft die junge Liebe es durch diese Zeit des Umbruchs?
Erster Satz: »Wenn der junge Hamburger Kurt geahnt hätte, dass seine Postkarten rund einhundert Jahre später auf einem Flohmarkt in Norderstedt landen würden, welche Worte hätte er dann für seine geliebte Trudl gewählt?«
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𝙈𝙚𝙞𝙣 𝙀𝙞𝙣𝙙𝙧𝙪𝙘𝙠:
Was für eine geniale Idee hinter diesem Buch steckt! Aus einem Flohmarktfund eine Liebesgeschichte der 20er Jahre zu zaubern! Originalpostkarten von Kurt, fiktive Antworten von Trudl. Beides zusammen ergibt eine fesselnde, nostalgische, berührende, humorvolle Zeitzeugengeschichte und erlaubt einen fast schon intimen Blick auf die damalige Zeit. Sämtliche Postkarten von Kurt sind im Buch abgebildet und „übersetzt“ (sie sind in der altdeutschen Sütterlin-Schrift geschrieben und wirklich sehr schwer zu lesen). Die Motive der Postkarten sind mal zuckersüß, mal romantisch, mal verkitscht, mal ein bisschen anzüglich (zumindest für die damalige Zeit). Damals hat man sich noch anders ausgedrückt, es gab ganz andere Worte als heute. Diese wiederzuentdecken macht einfach Spaß, auch wenn es natürlich generell ein ganz anderer Schreibstil ist. Aber genau das zusammen mit den vielen Postkarten und der mal ganz anderen Liebesgeschichte macht den Charme dieses Buchs aus. Ach und ja: es gibt sogar ein paar Rezepte darin (Labskaus, veganes Labskaus, Kartoffeln mit Stippe und Cocktail Sazerac). Das Ende war dann aber der Knaller, womit ich so gar nicht gerechnet habe. Völlig unerwartet, einerseits ein bisschen traurig, andererseits aber gar nicht traurig, weil… ach nein. Das kann ich nicht verraten. Lies es selbst. Diese Lesereise in die 20er Jahre fühlt sich heute fast ein bisschen wie eine Reise in eine andere Welt an. Unglaublich wenn ich daran denke, dass meine Großeltern diese Zeit miterlebt haben. Danke für diese charmante, wunderbar arrangierte Zeitreise, die schon allein rein optisch eine Augenweide ist. 5/5 Sterne.
Vielen Dank an LAURA WINDMANN und den AMMIAN VERLAG für das Rezensionsexemplar
Zum Buch hier entlang: FOXTROTT & KARTOFFELSTIPPE
Eine Leseprobe habe ich leider nicht für Dich, aber weiter unten kannst Du mit meinem kleinen Video einen Blick ins Buch werfen.
Mehr über zumindest eine der Autorinnen erfährst Du auf ihrer Homepage: LAURA WINDMANN
Von Bea Vincent gibt es leider nicht wirklich etwas.
Titel: Foxtrott & Kartoffelstippe (Kurt und Trudl – verliebt im Hamburg der 20er Jahre)
Autorinnen: Laura Windmann & Bea Vincent
Verlag: Ammian Verlag
Genre: Postkarten-Erzählung
Softcover, 118 Seiten
ISBN: 978-3-948052-97-3
Erscheinungsdatum: 15.04.2026
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